Zuger Firma schädigt Regenwald

28.05.2019

Der Schweizer Konzern Interholco (Baar, ZG) schlägt für Tropenhölzer Strassen in den intakten Regenwald und gefährdet den vom Aussterben bedrohten Flachlandgorilla.

Interholco, ein internationaler Holzkonzern mit Sitz im Kanton Zug, verfügt im Norden der Republik Kongo über eine riesige Holzschlag-Konzession. Das Konzessionsgebiet der Tochterfirma IFO entspricht mehr als einem Viertel der Fläche der Schweiz. Interholco schlägt für Tropenhölzer Strassen in den intakten Regenwald. Wo man vorher Tage brauchte, um in den Wald vorzudringen, braucht man nun mit Fahrzeugen wenige Stunden. Damit können Wilderer einfacher in vorher nur sehr schwer zugängliche Gebiete gelangen. Dies gefährdet den vom Aussterben bedrohten Flachlandgorilla.

 

Gemäss der «International Union for Conservation of Nature’s Red List» (IUCN) sind die Bestände des «Western Lowland Gorillas» abnehmend und «critically endangered». Die IUCN schätzt, dass es noch rund 316’000 Tiere dieser Art gibt. Davon leben laut Interholco rund 70’000 Gorillas auf dem Holzschlag-Konzessionsgebiet.

 

Gemäss IUCN gehören Holzschlag und Strassen zu den Gefahren («Threats») für die Gorilla-Population. Die amerikanische Wildlife Conservation Society (WCS) zeigt zusammen mit anderen Organisationen in einer Studie, dass die Bestände der Flachlandgorillas jährlich um 2.7% zurückgehen und macht drei grosse Gefahren für die Gorillas aus: Wilderei, Krankheiten und Zerstörung der Lebensgrundlage.

 

Risiko von Waldbränden
Mit in den Regenwald gebauten Strassen steigt das Risiko von Waldbränden. Anfang 2016 wurde im Konzessionsgebiet von IFO einer der grössten Waldbrände, den es in den Regenwäldern Zentralafrikas je gegeben hat, registriert. Die Brandherde befanden sich häufig neben Strassen, was den Schluss nahelegt, dass die Brände menschengemacht waren. Die Forscher/innen vom «Global Land Analysis and Discovery team, GLAD» von der Universität Maryland schreiben, dass die Brände wohl mit den Strassen in Verbindung stehen: «It is likely that these fires were human-induced, as multiple instances of forest fire occurred along or near roads.»

Grosse rote Flächen zeigen Waldverluste durch Waldbrände (Anfangs 2016); gut sichtbar ist das in den Wald geschlagene Strassennetz für Holzschlag. (Bildquellen: Hansen/UMD/Google/USGS/NASA)

 

Der Blick berichtete über den Fall.

 

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