90 Prozent wollen Schweizer Konzerne, die Menschenrechte und Umwelt respektieren. Auch im Ausland.

18.05.2016

Der Verein Konzernverantwortungsinitiative hat eine repräsentative Umfrage bei der Schweizer Bevölkerung durchführen lassen.

Ziel war, zu einem frühen Zeitpunkt erstmals die Akzeptanz des Volksbegehrens zu testen. Die Resultate sind äusserst bemerkenswert: 89 respektive 92 Prozent der Menschen wollen, dass Schweizer Konzerne verpflichtet werden, Menschenrechte und Umwelt auch im Ausland zu respektieren. Und sie sollen dafür sorgen, dass dies auch ihre Tochterfirmen und Zulieferer tun. Offenbar ist das Anliegen der Konzernverantwortungsinitiative bei der Bevölkerung bereits gut bekannt und wird breit getragen. Davon zeugt auch die sehr kleine Quote der Unentschlossenen: Nur 3 bzw. 2 Prozent beantworteten die Frage mit «Weiss nicht».

Die Konzernverantwortungsinitiative verlangt, dass Schweizer Konzerne den Schutz von Menschenrechten und Umwelt verbindlich in ihre Geschäftsabläufe einbauen müssen. Sie sollen zu einer so genannten Sorgfaltsprüfung verpflichtet werden. Das bedeutet, sie müssten künftig in ihr Risikomanagement auch Gefahren für Menschenrechte und Umwelt einbeziehen, allfällige Probleme identifizieren, Massnahmen dagegen ergreifen und transparent darüber berichten. Tun sie das nicht, sollen sie künftig auch für Verletzungen haften, die Tochterfirmen von ihnen verursacht haben.

Die offizielle Schweiz hat sich bisher darauf beschränkt, Konzerne zur freiwilligen Einhaltung der Menschenrechte und Umweltstandards zu ermutigen. Die Realität zeigt aber: Heute haben von den 200 grössten Schweizer Konzernen über 60 Prozent keine Menschenrechtspolitik. Kein Wunder kommt es immer wieder zu Schlagzeilen über Schweizer Unternehmen, die selber oder über Zulieferer und kontrollierte Unternehmen in Rechtsverletzungen verwickelt sind.

Der internationale Trend geht klar in Richtung Verbindlichkeit: Im Mai haben 8 Parlamente nationaler Staaten eine Erklärung verabschiedet, die von der EU-Kommission einen Richtlinienentwurf für eine verbindliche Sorgfaltsprüfungspflicht fordert. Gleichzeitig steht in Frankreich ein Gesetzesentwurf für eine Sorgfaltsprüfungspflicht mit Sanktionsmöglichkeiten kurz vor der Verabschiedung.

Auch fortschrittliche Wirtschaftkreise stellen sich zunehmend hinter die Forderungen der Initiative. Für sie ist klar: Es profitieren alle, wenn sich nicht einzelne auf Kosten von Menschen und Umwelt einen Wettbewerbsvorteil verschaffen können. Zudem schützt die Initiative die Reputation der Schweiz.

Nicht zuletzt für Konsumentinnen und Konsumenten brächte die Konzernverantwortungsinitiative Entlastung: Anstatt sich selber über die Herstellung jedes Produkts informieren zu müssen, wäre künftig klar: Produkte von Schweizer Konzernen werden unter anständigen Bedingungen hergestellt.

Die Konzernverantwortungsinitiative wird im Oktober eingereicht.

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