Profite mit verbotenen Pestiziden

23.09.2020

Syngenta ist die Nummer Eins in einem problematischen Geschäft: Der Export von Pestiziden, die hierzulande und in der Europäischen Union verboten sind. Die Agrochemiekonzerne wie Syngenta beliefern Länder mit schwächeren Pestizidvorschriften im grossen Stil.

Diverse Agrochemiekonzerne exportierten im Jahr 2018 über 81’000 Tonnen Pestizide aus Europa in alle Welt, obwohl diese Stoffe beinhalten, die innerhalb der Europäischen Union und meist auch in der Schweiz verboten sind. Für rund ein Drittel dieser Exporte ist der Basler Konzern Syngenta verantwortlich.

 

Export von hochgefährlichen Pestiziden

Am häufigsten exportiert wurde Syngentas Paraquat. Bei langfristiger und wiederholter Exposition wird das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöht. In der Schweiz ist es schon seit 1989 verboten. Aufgrund von Paraquat kommt es in Südamerika, Asien und Afrika zu Tausenden von tödlichen Vergiftungen.

 

Paraquat ist nur ein Beispiel unter vielen: Polo beispielsweise, dessen Wirkstoff Diafenthiuron von Syngenta lange im Wallis hergestellt und nach Indien exportiert wurde, führte zu schweren Gesundheitsschäden. Im zentralindischen Yavatmal wurden innert kurzer Zeit rund 800 Kleinbauern und Landarbeiterinnen vergiftet, nachdem sie auf Baumwollfeldern Pestizide versprüht hatten. Über zwanzig von ihnen starben in der Folge.

 

Syngenta streitet bis heute sämtliche Verantwortung für die Vorkommnisse ab. Polizeiliche Dokumente haben kürzlich bewiesen, dass das Syngenta-Pestizid in Kombination mit anderen Pestiziden zu 96 Vergiftungen geführt hat, in 36 Fällen wurde sogar ausschliesslich Polo benutzt. Das Insektizid Polo wird aber heute weiterhin in Indien verkauft. Mit der Konzernverantwortungsinitiative würden verbindliche Regeln den Agrokonzern mit Sitz in Basel verpflichten, nicht länger die Augen zu verschliessen, wenn durch seine Geschäfte Menschen vergiftet werden.

 

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