Glencore vertreibt indigene Bauern

11.04.2018

In Peru versuchten vierzig Polizisten und Glencore-Angestellte indigene Bauern von ihrem angestammten Land zu vertreiben, um die Glencore-Mine zu vergrössern.

Am Dienstag, 3. April, wurde die indigene Gemeinde Alto Huarca in der peruanischen Region Espinar von Angestellten des Bergbaukonzerns Glencore in Begleitung der peruanischen Nationalpolizei angegriffen. Indigene, die trotz der Drohungen ihr Land nicht verlassen wollten, wurden bedroht und verletzt. In die Übergriffe waren rund 40 Polizisten und Glencore Angestellte involviert. Mit Baggern drangen Glencore-Angestellte auf das Land der Familien vor.

Der lokale Koordinator von COMUNDO, der auf Menschenrechte spezialisierte Anwalt José Ramiro Llatas Pérez, war vor Ort und beobachtete die Übergriffe. Auch der peruanische Journalist Vidal Merma dokumentierte die Geschehnisse. Beide berichten übereinstimmend von acht Verletzten. José Ramiro Llatas verurteilt die Übergriffe: «Glencore will die Quechua-Gemeinde von Alto Huarca zwingen, ihr Land aufzugeben, um in dieser Region expandieren zu können. Glencore verletzt damit die Rechte der indigenen Bevölkerung.»

Es ist nicht unüblich, dass die Landrechte der indigenen Bevölkerung nicht ausreichend verbrieft sind, was Konzernen die Türe öffnet, Zugang zu Land zu erhalten. Dies ist auch auf die Untätigkeit und Passivität eines Staates zurückzuführen, der den Abschluss von Abkommen zwischen der Polizei und den Unternehmen erlaubt, die zu Missbräuchen wie hier in Espinar führen.

Die Ereignisse in Alto Huarca sind nur ein Beispiel von Menschenrechtsverletzungen durch multinationale Konzerne. Es braucht deshalb verbindliche Regeln, damit alle Konzerne in Zukunft die Menschenrechte achten und sich an Umweltstandards halten. Die KOVI und ähnliche Initiativen in anderen europäischen Ländern wären ein erster Schritt hin zu einem verantwortungsvolleren Bergbau und würden Ländern wie Peru eine nachhaltigere wirtschaftliche Entwicklung bringen. Die Schweiz trägt eine grosse Verantwortung: 20 bis 30 Prozent des weltweiten Rohstoffhandels wird von Unternehmen mit Sitz in Zug oder Genf gesteuert.

Medienmitteilung von COMUNDO.

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