Fake-News mit Syngenta

16.01.2018

Kinderarbeit auf Kakaoplantagen, unmenschliche Arbeitsbedingungen in Textilfabriken, durch Goldminen verschmutzte Flüsse: Immer wieder verletzen Konzerne mit Sitz in der Schweiz die Menschenrechte und ignorieren minimale Umweltstandards.

Die Konzernverantwortungsinitiative will solchen Geschäftspraktiken einen Riegel schieben.

Syngenta will Initiative diskreditieren
In einer koordinierten Aktion versuchen Konzerne und ihre Lobby die Öffentlichkeit vorsätzlich zu täuschen. Die Vertreter der grossen multinationalen Unternehmen wissen genau, dass sie ein Glaubwürdigkeitsproblem haben. So ist Syngenta zum Beispiel im Gemeinwohl-Atlas auf den hintersten Rängen zu finden – unbeliebter sind nur noch Fifa, Uefa, Tamoil und der Blick. Deshalb versuchen die Konzerne nun die Stimmberechtigten in die Irre zu führen. In der NZZ schreibt ein Mitglied der Geschäftsleitung von Syngenta: «Die Unternehmen würden damit weltweit – und ohne eigenes Verschulden – für Verfehlungen von Zulieferern haften (…)». Das Ziel ist klar: Damit soll die Initiative als weltfremd und schädlich diskreditiert werden.

Faktencheck zeigt: Schlicht falsch und irreführend
Einem Faktencheck hält diese Behauptung nicht Stand. Die Konzerne sollen in Zukunft nur dort für Menschenrechtsverletzungen haften, wo sie auch Kontrolle ausüben. Der Initiativtext der Konzernverantwortungsinitiative lässt hier keinen Interpretationsspielraum zu. Die Haftung gilt damit nur für kontrollierte Unternehmen, einfache Zulieferer sind ausgeschlossen. Das bestätigt auch der Bundesrat in seiner Botschaft vom 15. September 2017: «Die Haftungsregelung beschränkt sich somit (im Gegensatz zur Sorgfaltsprüfungspflicht) nur auf kontrollierte Unternehmen. Sie bezieht sich jedoch grundsätzlich nicht auf die Geschäftsbeziehungen bzw. die Lieferkette.»
Es zeigt sich: Die Behauptung von Syngenta ist schlicht falsch.

Syngenta manipuliert Öffentlichkeit
Syngenta wurde bereits in der Vergangenheit vorgeworfen, dass der Konzern die Öffentlichkeit manipulieren will. Beispiel Bienensterben: Die Pestizidklasse der Neonicotinoide steht seit längerem im Verdacht mitverantwortlich für das Bienensterben zu sein. Der Konzern schafft hier jedoch keine Klarheit. Doch dies will der Konzern verschleiern. Wie Syngenta Druck auf einen Wissenschaftler ausgeübt habe, kann hier nachgelesen werden.

Wer einen Schaden anrichtet, muss dafür gerade stehen
Die Initiative verpflichtet alle Konzerne, die Menschenrechte bei ihren Geschäften zu achten. Damit sich auch dubiose Multis an das neue Gesetz halten, müssen Verstösse Konsequenzen haben. Wer verantwortlich wirtschaftet, hat nichts zu befürchten.

Ihre Unterstützung ist wichtig!
Die Volksinitiative wurde 2016 eingereicht und kommt eventuell bereits nächstes Jahr zu Abstimmung. Und dafür brauchen wir Unterstützung. Sei es online, mit Leserbriefen oder in Ihrer Region. Hier mitmachen!

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