Glencore scheitert vor Gericht und zieht Klage gegen Konzernverantwortungsinitiative zurück

21.01.2021

Glencore ging gerichtlich gegen die Konzernverantwortungsinitiative vor und versuchte, Kritik an einer Mine in Bolivien verbieten zu lassen. Nun hat der Rohstoffkonzern sein Rechtsbegehren zurückgezogen. Wir fordern Glencore auf, endlich gegen die unmenschlichen Zustände in der Mine vorzugehen.

Kurz vor der Abstimmung über die Konzernverantwortungsinitiative Ende November erreichte die Initiant/innen eine ordnerdicke Klage. Glencore wollte damit erreichen, dass die KVI nicht mehr über die unmenschlichen Zustände in der bolivianischen Mine Porco berichten darf. In einem ersten Entscheid hatte das Gericht superprovisorische Massnahmen abgelehnt. Nach unserer Stellungnahme im Dezember hat der Zuger Rohstoffkonzern seine Klage nun zurückgezogen. Das überrascht nicht: Kinderarbeit und Umweltzerstörung in der Glencore-Mine wurden u.a. durch Public Eye hinreichend dokumentiert.

 

Die Jüngsten sind gerade mal elf Jahre alt
In der von einer Glencore-Tochterfirma betriebenen Mine Porco in Bolivien bauen demnach sogenannte Kooperativen unter übelsten Bedingungen Zink, Blei und Silber ab: Immer wieder kommt es zu schweren, regelmässig auch zu tödlichen Unfällen, viele der Arbeiter sind minderjährig. Die Jüngsten sind gerade mal elf Jahre alt.

Wenn sich für die Glencore-Tochterfirma in einem Bereich der Mine der maschinelle Abbau nicht mehr lohnt, zieht sie sich zurück und überlässt die Stollen den Kooperativen. Diese schürfen dort mit einfachsten Mitteln und unter grösster Gefahr. Die Glencore-Tochterfirma schaut weg – und kauft dann aber einen Grossteil des von den Kooperativen geförderten Erzes auf.

 

Glencore ist in der Verantwortung
Die Glencore-Tochtergesellschaft behauptet, seine Einkäufe bei den Kooperativen entsprächen ihren «Supplier Standards», welche Nulltoleranz für Kinderarbeit vorschreiben. Dies ist nachweislich falsch. Der Verein Konzernverantwortungsinitiative fordert Glencore deshalb auf, endlich gegen die Kinderarbeit vorzugehen und die Umweltzerstörung durch die Mine zu beenden.

 

Verfügung des Obergerichts Kanton Zug vom 6. Januar 2021

Medienmitteilung Konzernverantwortungsinitiative zur Klage vom 25.11.2020

Recherche von Public Eye, November 2020

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