Syngenta verkauft hochgiftiges Pestizid Paraquat

Syngenta mit Sitz in Basel verkauft in Asien, Afrika und Südamerika tausende Tonnen Pestizide, welche bei uns verboten sind. Eines dieser Pestizide ist Paraquat, aufgrund dessen es zu tausenden von tödlichen Vergiftungen gekommen ist.

Im April 2021 berichtete die «Rundschau» des Schweizer Fernsehens über eine verstörende Recherche von Public Eye zu Paraquat. Zehntausende Erwachsene und Kinder sind laut Schätzungen am toxischen Pestizid gestorben – schon ein Löffel kann tödlich sein, ein Gegenmittel gibt es nicht. Deshalb ist das Pestizid hierzulande längst verboten. Syngenta verkauft es aber bis heute in Entwicklungsländer.

 

Die Recherche von Public Eye zeigt nun anhand von hunderten internen Dokumenten, wie Syngenta und seine Vorgängerkonzerne diese Todesfälle seit Jahrzehnten in Kauf genommen haben: Spätestens seit 1990 weiss der Konzern, dass die Konzentration an Brechmittel in ihrem Paraquat-Produkt «Gramoxone» viel zu tief ist, um tödliche Unfälle oder Suizid-Versuche durch Schlucken des Pestizids zu verhindern. Um die Gefährlichkeit des Pestizids zu reduzieren, müsste das Produkt verdünnt, mehr Brechmittel hinzugefügt oder das flüssige Pestizid mit einem festen Granulat ersetzt werden.

 

Doch Syngenta weigert sich bis heute – aus reinen Renditeüberlegungen. Schlimmer noch: Der Konzern benutzte offenbar Falschinformationen über die angebliche Wirksamkeit der tiefen Brechmittel-Konzentration, um Kontrollbehörden weiszumachen, sein Paraquat-Produkt sei sicherer als jenes der Konkurrenz. So schaffte es der Konzern immer wieder, Paraquat-Verbote zu verhindern und machte weiterhin hohe Gewinne mit dem hochgiftigen Produkt.

 

 

Mehr Informationen:

Zur Recherche von Public Eye

Medienberichte:

Beitrag in der Rundschau

Weitere Beispiele:

Alle Beispiele hier

Minderjährige schuften in Glencore-Mine

In der von einer Glencore-Tochterfirma betriebenen Zink-, Blei- und Silbermine Porco in Bolivien kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen, die Umwelt ist vergiftet und es schuften auch Minderjährige in den Stollen. Die Jüngsten sind gerade mal elf Jahre alt.

Weiterlesen

LafargeHolcim gefährdet Menschen mit Zementstaub

Neben dem nigerianischen Dorf Ewekoro betreibt der Schweizer Konzern LafargeHolcim eine Zementfabrik. Überall ist Zementstaub: auf den Dächern, in den Räumen, auf den Feldern. Ärzte berichten, dass die Menschen Schäden an Leber, Lungen und Milz davontragen.

Weiterlesen