Verbotenes Syngenta-Pestizid vergiftet Bauern

Syngenta verkauft in anderen Ländern hochgiftige Pestizide, die in der Schweiz schon lange verboten sind. Viele Pestizide werden mit schweren Krankheiten wie Krebs und Parkinson in Verbindung gebracht.

Syngenta mit Sitz in Basel verkauft in Asien, Afrika und Südamerika Tausende Tonnen Pestizide, welche bei uns verboten sind. Eines dieser Pestizide ist Paraquat, welches das Risiko für Parkinson-Erkrankungen erhöht und aufgrund dessen es zu tausenden von tödlichen Vergiftungen gekommen ist.

 

Vergiftungswelle in Indien

Ein anderes in der Schweiz verbotenes Pestizid, Polo, hat in Indien zu schweren Gesundheitsschäden geführt. Im zentralindischen Yavatmal wurden innert kurzer Zeit rund 800 Kleinbauern und Landarbeiterinnen vergiftet, nachdem sie auf Baumwollfeldern Pestizide versprüht hatten. Über zwanzig von ihnen starben in der Folge. Mitverantwortlich dafür: das Insektizid Polo von Syngenta, dessen Wirkstoff Diafenthiuron im Wallis hergestellt und nach Indien exportiert wurde. Dieser Wirkstoff ist in der Schweiz verboten und wird von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) als «giftig beim Einatmen» und als «bei längerer oder wiederholter Exposition organschädigend» eingestuft.

 

Syngenta der Lüge überführt

Syngenta streitet bis heute sämtliche Verantwortung ab und behauptete vor laufender Kamera, dass das toxische Syngenta-Pestizid nichts mit den Vergiftungen zu tun habe. Der Konzern versuchte, den Skandal zu vertuschen und beanstandete den Fernsehbericht, der über die Vergiftungswelle informierte. Der Ombudsmann lehnte die Beschwerde jedoch ab.

 

Neue Recherchen – unter anderem von Public Eye – und polizeiliche Dokumente aus Indien entlarven im September 2020 Syngentas Lüge: Das Syngenta-Pestizid führte in Kombination mit anderen Pestiziden zu 96 Vergiftungen, in 36 Fällen wurde sogar ausschliesslich Polo benutzt.

 

Syngenta hat im Jahr 2018 einen Gesamtumsatz von rund 3,4 Milliarden US-Dollar gemacht. Davon stammten rund 40% aus dem Verkauf von Stoffen, die hochgiftig für Mensch oder Umwelt sind.

 

 

Weshalb braucht es die Konzernverantwortungsinitiative?

Trotz den massiven Vergiftungen verkauft Syngenta das Insektizid Polo weiterhin in Indien. Die Konzernverantwortungsinitiative will verbindliche Regeln, die den Agrokonzern mit Sitz in der Schweiz verpflichten, nicht länger die Augen zu verschliessen, wenn durch seine Geschäfte Menschen geschädigt werden. Wenn Konzerne wie Syngenta mit ihren Pestiziden ganze Landstriche verseuchen und Menschen vergiften, dann sollen sie auch dafür geradestehen.

 

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LafargeHolcim gefährdet Menschen mit Zementstaub

Neben dem nigerianischen Dorf Ewekoro betreibt der Schweizer Konzern LafargeHolcim eine Zementfabrik. Überall ist Zementstaub: auf den Dächern, in den Räumen, auf den Feldern. Ärzte berichten, dass die Menschen Schäden an Leber, Lungen und Milz davontragen.

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