Verbotenes Syngenta-Pestizid vergiftet Bauern

Syngenta verkauft in anderen Ländern hochgiftige Pestizide, die in der Schweiz schon lange verboten sind. Eines davon heisst Polo.

Im zentralindischen Yavatmal wurden 2017 innert kurzer Zeit rund 800 Kleinbauern und Landarbeiterinnen vergiftet, nachdem sie auf Baumwollfeldern Pestizide versprüht hatten. Über zwanzig von ihnen starben in der Folge. Mitverantwortlich dafür: das Insektizid Polo von Syngenta, dessen Wirkstoff Diafenthiuron im Wallis hergestellt und nach Indien exportiert wurde. Dieser Wirkstoff ist in der Schweiz verboten und wird von der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) als «giftig beim Einatmen» und als «bei längerer oder wiederholter Exposition organschädigend» eingestuft.

 

Syngenta der Lüge überführt

Syngenta streitet bis heute sämtliche Verantwortung ab und behauptete vor laufender Kamera, dass das toxische Syngenta-Pestizid nichts mit den Vergiftungen zu tun habe. Der Konzern versuchte, den Skandal zu vertuschen und beanstandete den Fernsehbericht, der über die Vergiftungswelle informierte. Der Ombudsmann lehnte die Beschwerde jedoch ab.

 

Neue Recherchen – unter anderem von Public Eye – und polizeiliche Dokumente aus Indien entlarven im September 2020 Syngentas Lüge: Das Syngenta-Pestizid führte in Kombination mit anderen Pestiziden zu 96 Vergiftungen, in 36 Fällen wurde sogar ausschliesslich Polo benutzt.

 

Syngenta hat im Jahr 2018 einen Gesamtumsatz von rund 3,4 Milliarden US-Dollar gemacht. Davon stammten rund 40% aus dem Verkauf von Stoffen, die hochgiftig für Mensch oder Umwelt sind.

 

 

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