Was will die Konzernverantwortungsinitiative?

Katastrophale Arbeitsbedingungen in Kleiderfabriken in Asien oder Osteuropa, missbräuchliche Kinderarbeit bei der Kakaoproduktion in Westafrika, tödliche Emissionen in Sambia – auch Schweizer Unternehmen sind in Menschenrechtsverletzungen verwickelt.

Die Konzernverantwortungsinitiative fordert deshalb, dass Firmen den Schutz von Menschenrechten und der Umwelt verbindlich in sämtliche Geschäftsabläufe einbauen. Diese sogenannte Sorgfaltsprüfungspflicht gilt auch für die Auslandstätigkeiten von Schweizer Unternehmen.

Wer steckt dahinter?

Warum die Konzernverantwortungsinitiative unterstützen?

Weltweit die Rechte von Menschen bewahren und die Umwelt schützen

Haben Menschen in Sambia andere Lungen als wir? Möchten die Kinder in Westafrika nicht ebenso spielen und Spass haben wie unsere Kinder?

Menschenrechte sind universell gültig und ihre Verwirklichung ist Voraussetzung für ein gutes, menschenwürdiges Leben. Heute sind auch Schweizer Unternehmen weltweit in Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung verwickelt. Mit der Initiative minimieren diese Konzerne ihre negativen Auswirkungen präventiv.

Vorbeugen ist besser als heilen

Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden sollten gar nicht erst passieren. Deshalb setzt die Konzernverantwortungsinitiative mit dem Instrument der Sorgfaltsprüfung ganz auf eine umfassende präventive Wirkung.

Hin- statt wegschauen

Firmen dürfen sich nicht über Menschenrechte und Umweltstandards im Ausland hinwegsetzen und im Schadensfall auf den Standpunkt stellen, die entsprechenden Risiken nicht gekannt zu haben. Die Initiative sorgt hier auch bei Auslandgeschäften für Abhilfe.

Eltern haften für Ihre Kinder

Was bei Menschen, also sogenannte «natürliche Personen», gilt, hat für «juristische Personen», also Firmen, bis heute keine Gültigkeit.

Zwar fliessen die Gewinne innerhalb von Konzernen ganz selbstverständlich ins Mutterhaus, für allfälliges Fehlverhalten ihrer Tochtergesellschaften muss dieses aber dennoch keine Verantwortung übernehmen. Die Initiative ändert dies: Wenn Tochtergesellschaften oder andere kontrollierte Unternehmen im Ausland Schäden verursachen, haften ihre Muttergesellschaften, sofern sie nicht alle angemessenen Sorgfaltsmassnahmen ergriffen haben.

Die Initiative ist ohne staatliche Bürokratie umsetzbar

Die Konzernverantwortungsinitiative kommt ganz ohne neue Behörden aus.

Die Einhaltung der Sorgfaltsprüfungspflicht wird durch die Ausdehnung der Haftung der Mutterhäuser auf ausländische Tochtergesellschaften und kontrollierte Unternehmen sichergestellt. Diese Haftung kommt nur dann zum Tragen, wenn ein Unternehmen nicht belegen kann, dass es mit Sorgfalt gehandelt hat. So entsteht ein starker Anreiz für die Firmen, das Richtige zu tun.

Auch vorbildliche Unternehmen profitieren

Jene Firmen, die rücksichtslos mit Mensch und Umwelt umgehen, haben dadurch heute Kostenvorteile.

Faktisch wird potenzielles Fehlverhalten also finanziell noch belohnt. Die Initiative schafft hier mehr Gerechtigkeit zwischen fortschrittlichen und verantwortungslosen Firmen. Und sie sorgt dafür, dass Sorgfalt bei Umwelt- und Menschenrechtsrisiken nicht eine individuelle Gewissensfrage bleibt, sondern zur allgemeingültigen Praxis wird.

Die Initiative stärkt den Standort Schweiz

Unser Land zählt pro Kopf der Bevölkerung die weltweit höchste Dichte an international tätigen Firmen. Dadurch ist die Schweiz international sehr exponiert.

Wir haben schon einmal erlebt, wie eine einzelne Branche – die Banken – dem Ansehen unseres ganzen Landes geschadet hat. Im Rohstoffhandel, wo die globale Stellung der Schweiz ebenso dominant ist, droht eine ähnliche Situation. Mit der Initiative macht die Schweiz klar, dass sie nur verantwortlich handelnde Unternehmen beheimatet. Dadurch vermeiden wir Imageschäden und stärken die Marke Schweiz als zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort.

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Was kann ich tun ?

Was ändert die Konzernverantwortungsinitiative konkret?