Konzernverantwortungs-
initiative: Zum Schutz von Mensch und Umwelt

Darum gehts

Konzerne mit Sitz in der Schweiz stehen immer wieder negativ in den Schlagzeilen: In ihren internationalen Tätigkeiten verletzen sie allzu häufig Menschenrechte und Umweltstandards.

Kinderarbeit auf Kakaoplantagen, unmenschliche Arbeitsbedingungen in Textilfabriken, Umweltverschmutzung beim Rohstoffabbau – solchen unethischen Geschäftspraktiken muss endlich ein Riegel geschoben werden. Deshalb hat eine breite Allianz aus Hilfswerken, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert. Das Ziel: verbindliche Regeln für Konzerne zum Schutz von Mensch und Umwelt – auch bei Auslandstätigkeiten. Dadurch wird im wirtschaftlichen Wettbewerb auch mehr Fairness geschaffen.

Getragen von 80 Organisationen

Frauen-, Menschenrechts- und Umweltorganisationen, kirchlichen und gewerkschaftlichen Vereinigungen sowie Aktionärsverbänden.

Warum es die Konzernverantwortungsinitiative braucht

Ob Shell in Nigeria, Dow Chemical in Bhopal oder Modemarkenfirmen in Billiglohnländern: Seit Jahrzehnten gibt es unzählige Fälle, wie Unternehmen Menschenrechte verletzen und die Umwelt zerstören. Schweizer Firmen sind hier keine Ausnahme.

Eine Studie, welche Zahlen des Business & Human Rights Resource Centre auswertete, belegt dies. Das Zentrum dokumentiert auf seiner Website (business-humanrights.org) seit zehn Jahren Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen an Unternehmen und gibt diesen Gelegenheit, darauf zu reagieren. Es ist die weltweit umfangreichste Sammlung solcher Berichte, aber auch hier sind längst nicht alle Vorkommnisse erfasst, sondern nur jene, die von Betroffenen, Nichtregierungsorganisationen oder Medien ans Licht der Öffentlichkeit gebracht wurden.

Ein Blick auf die primär betroffenen Branchen zeigt: Menschenrechtsverletzungen kommen gehäuft in Sektoren vor, in denen Schweizer Firmen stark vertreten sind, allen voran im Rohstoffsektor.

Schlüsselt man die dokumentierten Fälle nach Ländern auf, so liegt der Firmensitz Schweiz bezüglich Vorwürfen absolut auf Rang 9. Berücksichtigt man hingegen die Grösse der Schweizer Volkswirtschaft (bzgl. BIP liegt die Schweiz weltweit auf Rang 20), so liegt die Schweiz sogar auf Rang 5.

  • Tödliches Benzol
    Tödliches Benzol
    Das giftige Benzol wird in der Produktion von Mobiltelefonen und anderen IT-Geräten benutzt – mit fatalen Folgen
    Glencore im Kongo
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    Der Schweizer Rohstoffkonzern Glencore verschmutzt mit seiner Fabrik Luilu Gewässer in der Demokratischen Republik Kongo
    Kinderarbeit
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    Missbräuchliche Kinderarbeit auf Kakaoplantagen

So funktioniert’s

Wo die Menschenrechte oder die Umwelt gefährdet sind, braucht es dringend mehr Sorgfalt. Deshalb fordert die Konzernverantwortungsinitiative eine entsprechende „Sorgfaltsprüfungspflicht“ für die Auslandsaktivitäten von Schweizer Unternehmen.

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